Ich verwende vorrangig Hühner- und Gänseeier. Bei den Hühnereiern nehme ich nur braune Eier, weil der spätere Kontrast zwischen der Eischale und der Färbefarbe sanfter ist als bei den weißen Eiern. Entgegen der allgemeinen Überzeugung ist meiner Erfahrung nach kein Unterschied in der Schalenqualität zwischen den Eiern der Käfighühner und der Freilaufenden.
Das ist schwer zu beantworten, denn jedes Ei ist anders. Man kann aber davon ausgehen, daß ein schlichtes Hühnerei mit nur einem Frontmotiv und einer kleinen Blume auf der Rückseite mindestens eine Stunde Arbeit bei voller Konzentration erfordert. Dabei ist das Ausblasen, Säubern und das Färben des Eies nicht mitgerechnet.
Ein Hühnerei rundum zu bearbeiten braucht mindestens drei Stunden Arbeit. Danach kommt noch die Koloration und
der Lack. Je aufwendiger das Ei gestaltet ist, desto länger dauert die Arbeit.
An einem Gänseei kann ich Tage sitzen, bevor es fertig ist, denn es ist so viel mehr Platz darauf, den es sinnvoll auszufüllen gilt.
Im Grunde färbe ich mit allem, was auch die Finger dunkel färbt. Das kann Naturfarbe sein und hier vorrangig die Walnußschale, ich verwende wegen ihrer hohen Lichtbeständigkeit aber auch gern Farben auf chemischer Basis.
Nein, mir geht während der reinen Kratzarbeit eigentlich gar kein Ei kaputt. Wenn eines zerbricht, dann passiert das während des Ausblasens. Entweder hatte das Ei schon einen feinen Riss oder die Schale war einfach zu dünn, um dem Luftdruck des Blasebalges standzuhalten.
Ich blase die Eier mit einem kleinen Blasebalg und einer Kanüle aus.
Luft wird in das Ei gepumpt und aus dem selben Loch kommt der Inhalt des Eies heraus. Dieses physikalische Prinzip, mit Überdruck zu arbeiten, ist eine sehr saubere Angelegenheit und man kann den Inhalt verwenden, wenn man es möchte.
Ich selber esse nicht mehr Eier als andere Leute.
Mein Vorrat an Hühnereiern entsteht dadurch, daß ich Eier, die andere Hausfrauen aufschlagen, ausblase.
Ein sauberes rundes Loch ist nötig, um dem Ei die Stabilität zu erhalten. Deswegen steche ich das Ei mit einem handelsüblichen Eierpiekser an und verwende dann einen angeschliffenen Kreuz-Schlitz-Schrauben-zieher, um es zu vergrößern. Das hat den Vorteil, daß ich dem Ei keine Sollbruchstellen verschaffe, an denen es während der Arbeit zerbrechen würde.